Politische Korrektheit (Political correctness) und Toleranz in Büchern

Ich bin ja viel auf Twitter unterwegs und lese dort immer wieder Tweeds von Autoren/ Autorinnen zu dem Themen Diversität, Rassismus, Diskriminierung und Genderformulierungen. Anfangs dachte ich: Oh – da hab ich noch gar nicht drüber nachgedacht. Inzwischen frage ich mich, ist es überhaupt noch möglich, sich kreativ auszuleben, wenn an alles gedacht und alles berücksichtigt werden soll?

Wie will ich das Gendern handhaben? Schreibe ich in jedem Vorwort – wir benutzen die weibliche Schreibweise, weil wir von DIE PERSON ausgehen?

Bild von Peggy Dyar auf Pixabay

Der ursprüngliche Tweed hierzu ist nicht auf Twitter zu sehen, weil die Nutzerin ihren Account geschützt hat, sonst hätte ich ihn hier eingebettet. Es ging jedoch sinngemäß darum, dass Autoren oder auch Herausgeber wie wir, weiße, männliche Autoren bevorzugen würden und dass in der Literatur Texte über diverse Menschen und deren Themen keine Chance hätten.

Für unsere Anthologien kann ich nur sagen, dass ich ja die meisten der einreichenden Autoren gar nicht kenne und vom Namen maximal eine fremde Nationalität ableiten könnte, wenn ich denn wollte. Mache ich aber nicht. Weil ich nur auf den Text schaue und der Rest meiner Juryleser auch. Wir wählen also aus, was uns gefällt. Und wenn wir dann ausschließlich hetero weiße Frauen oder Männer erwischen, dann wissen wir das gar nicht.

Wenn ich selbst schreibe, sind das für mich auch überhaupt keine Themen. Ich habe bisher noch keine farbigen Protagonisten gehabt, weil ich die meisten meiner Protas gar nicht über Äußerlichkeiten definiere. Die Hautfarbe geht schlichtweg gar nicht aus meinen Personenbeschreibungen hervor. Und da die Tendenz zu sexuellen Erlebnissen in meinen Kurzgeschichten, Krimis usw. ohnehin eher gen Null geht, mache ich mir auch keine Gedanken darüber, welche sexuelle Gesinnung meine Protas haben. Ist das jetzt oberflächlich?

Und wenn ich kaufe, schaue ich auf den Inhalt. Gerade bei mir unbekannten Autoren und ich suche immer wieder neue, bewusst, um meine Auswahl zu erweitern. Dabei schaue ich nicht mal auf den Namen, sondern immer zuerst auf den Klappentext. Und Ihr so?

Grundsätzlich ist es sicher richtig, dass da drüber nachgedacht wird. Hier ist noch ein Blog, in dem es um diese Themen geht.

Spoilern oder Warnen?

Ganz ähnlich geht es mir mit dem Thema „Warnen vor Inhalten“. Natürlich weiß ich, dass es traumatisierte Menschen gibt, die ihren Triggern in Krimis und Thrillern begegnen können. Ich habe bislang aber noch keine Erfahrungen damit gemacht, wie ich solche Warnungen anbringen soll.

Meine eigenen Texte sind in der Regel, auch wenn sie in Richtung Krimi gehen, nicht so brutal, aber ein Krimi ohne Leiche oder Verbrechen ist nun mal auch irgendwie undenkbar. Ist das Spoilern, vorab Informationen zu geben, damit Leute das Buch nicht lesen? Und müsste ich sowas bei den 3 Seiten Krimis zum Beispiel mit reinnehmen?

Wie handhabt Ihr das denn? Und was könnt Ihr mir raten? Kommentare sind offen. Hier jetzt noch ein paar Umfragen, damit ich meine Projekte noch mehr auf Eure Wünsche abstimmen kann.

Möchtest Du einmal einen Schreibwettbewerb von uns, in dem es um Diversität geht?

Ich möchte Warnhinweise zu Gewalt oder Missbrauch in einem Buch

Wie siehst du die konkrete Definition von Protagonisten über Hautfarbe, Sexuelle Ausrichtung, Behinderung oder anderen Besonderheiten?

Kleine Anmerkung: Auch wenn die Kommentare offen sind und Meinungsfreiheit herrscht und gewünscht wird. Beleidigungen usw. werde ich löschen und notfalls den ganzen Artikel. Sachliche Diskussion, kontrovers ja, hetzerisch nein!

Und jetzt noch zwei tolle Ausschreibungen

Nicht nur wir rufen Schreibwettbewerbe aus. Auch andere Verlage … und hier sind zwei, die besonderen Wert auf Diversität legen.

Alles dazu – hier: https://www.artskriptphantastik.de/die-kaffeefee.php
Bildquelle – Originalwebseite via Grafiklink
https://www.litteramagia.eu/vergraben-fantasy-unter-der-erde/
Bildquelle – Originalwebseite via Grafiklink

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